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An rechtsextremistischer Musikveranstaltung in Thüringen nehmen 6.000 Besucher aus dem In- und Ausland teil

Bekannte Bands treten abwechselnd mit Redebeiträgen von Rechtsextremisten bei bislang größtem Rechtsrock-Konzert in Deutschland auf. An der Veranstaltung beteiligen sich subkulturell geprägte Rechtsextremisten, Neonazis und auch Personen aus dem rechtsextremistischen Parteienspektrum.

Am Samstag, 15. Juli 2017, fand im thüringischen 3.000-Einwohner-Dorf Themar das Großkonzert „Rock gegen Überfremdung II“ mit geschätzten 6.000 Rechtsextremisten aus ganz Europa statt.

Die Veranstaltung, mit wechselnden Rede- und Musikbeiträgen, wurde auf einer Wiese außerhalb der Ortschaft durchgeführt. Auf dem eingezäunten Gelände befand sich ein Festzelt mit Bühne. An Verkaufsständen wurden Szeneartikel angeboten und an Informationsständen warben Organisationen wie beispielsweise die neonazistische Partei Der Dritte Weg. Unter den rechtsextremistischen Rednern aus ganz Deutschland befand sich Matthias Fischer, der Gebietsleiter Mitte der Partei.

Folgende rechtsextremistische Bands traten auf: Flak (Rheinland-Pfalz), Uwocaust (Brandenburg), Sleipnir (Nordrhein-Westfalen), Blutzeugen (Sachsen), Treueorden (Thüringen), Die Lunikoff Verschwörung (Berlin) und Stahlgewitter (Niedersachsen). Im Verlauf der Veranstaltung kam es zu zahlreichen Straftaten. Insgesamt wurden 46 Anzeigen erstattet, vor allem wegen Delikten nach § 86a StGB aufgrund des Tragens verbotener Kleidung (bspw. T-Shirt mit „Blood and Honour“-Schriftzug) oder sonstigen Zeigens verbotener Symbole (z.B. als Tattoos), darunter Haken- und Keltenkreuze, verschiedene Runen sowie die Wolfsangel. Zudem kam es zu „Sieg Heil“-, „Rudolf Hess“- sowie „Frei, Sozial und National“-Sprechchören. Der Sänger der Band Blutzeugen erhielt u.a. eine Anzeige wegen „Sieg Heil“-Rufen auf der Bühne.

 Rechtsrock Konzert Themar 2017 Thüringen

 Quelle: Polizei Thüringen, https://twitter.com/Polizei_Thuer

Für die rechtsextremistische Szene galt die Veranstaltung bereits ab dem Zeitpunkt der Ankündigung als „das Konzert des Jahres 2017“. Die Mobilisierung für die Veranstaltung erfolge zunächst szenetypisch durch Flyer über soziale Netzwerke. Zudem warb ein aufwendig produziertes 50-sekündiges Werbevideo für das Konzert. Die Resonanz auf die Konzertankündigung war sowohl in der subkulturell geprägten rechtsextremistischen Szene in Deutschland, wie auch im Spektrum der rechtsextremistischen Parteien und neonazistischen Kameradschaften bereits Wochen vor dem Konzert sehr hoch. Grund hierfür dürften die Auftritte zahlreicher bekannter rechtsextremistischer Bands, wie der Gruppe Stahlgewitter gewesen sein.

Die Veranstaltung wurde nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung schließlich zugelassen, da das Oberverwaltungsgericht Weimar den grundrechtlich geschützten Versammlungscharakter der Veranstaltung heraushob. Funktionäre verschiedener rechtsextremistischer Parteien und Organisationen hielten zwischen den einzelnen Bandauftritten Reden.

 

Auf dem Gelände warb Der Dritte Weg an einem Informationsstand. Die Aktivisten traten bei der Veranstaltung geschlossen in ihrer einheitlichen Parteikleidung mit beigen Shirt und grüner Jacke auf. Aktivisten der Partei Der Dritte Weg kritisierten in Nachhinein die scheinbar unpolitische Haltung vieler Konzertbesucher.

Der enorme Zuspruch für die Veranstaltung durch subkulturell geprägte Rechtsextremisten aus vielen Nachbarländern zeigt das starke Mobilisierungspotential rechtsextremistischer Musik innerhalb dieser Szene, welche bis in Kreise der Neonazis wirkt und verschiedenste Gruppen wie Hammerskins, Kameradschaften und Parteimitglieder vereint.

Aus Sicht der Sicherheitsbehörden handelte es sich bei dieser Veranstaltung „Rock gegen Überfremdung II“ um die größte rechtsextremistische Musikveranstaltung, die bisher in Deutschland stattfand. Von den ca. 6.000 Besuchern kam der Großteil aus Deutschland, jedoch nahmen auch zahlreiche Rechtsextremisten aus dem europäischen Ausland an der Veranstaltung teil.

 

 

 

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